Einbruchmeldeanlage

Einbruchmeldeanlage

1    Was können Alarmanlagen leisten?

. Nach der Übertragung der Meldung an ein Wach- und Sicherheitsunternehmen können sofortige Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, im Falle einer konkreten Personengefährdung einen Überfallalarm über einen speziellen Überfallmelder abzusetzen. Dieser muss immer manuell ausgelöst werden.

Hilfsmaßnahmen bei einer Überfallmeldung haben bei Wach- und Sicherheitsgesellschaften und bei der Polizei absolute Priorität. Die Überfallmeldeanlagen sind üblicherweise als Bestandteil in die Alarmanlage eingebunden. Im Gegensatz zur Alarmanlage kann die Überfallmeldeanlage jedoch nicht unscharfgeschaltet werden. Eine Überfallmeldeanlage ist immer betriebsbereit

 

 2   Wie arbeiten Alarmanlagen?

Wenn eine Alarmanlage nicht arbeiten soll, wird sie unscharfgeschaltet (ausgeschaltet). Im scharfgeschalteten (eingeschalteten) Zustand hingegen arbeitet sie völlig selbsttätig. Gefahren wie etwa das Öffnen oder Aufbrechen einer Tür werden ohne Zutun des Betreibers erkannt. Es können verschiedene Überwachungskonzepte realisiert und untereinander kombiniert werden:

  • Bei der Außenhautüberwachung werden die Melder so angebracht, dass das Eindringen eines Täters in den gesicherten Bereich (z. B. durch Türen oder Fenster) erkannt wird.
  • Bei der fallenmäßigen Überwachung werden bauliche Gegebenheiten genutzt. Es werden Wohnungsbereiche überwacht, die ein Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit betreten wird (z. B. Flure oder Zugänge).
  • Die schwerpunktmäßige Überwachung richtet sich gezielt auf Bereiche, die für einen Täter besonders interessant sind (z. B. Kunstgegenstände oder bestimmte Räumlichkeiten).

 

3    Die Alarmierung

Es gibt drei im Grundsatz verschiedene Alarmierungsarten.

  • Externalarm bedeutet eine allgemeine Alarmierung durch eine laute Sirene und eine Blitzleuchte. Das gesamte Umfeld des gesicherten Gebäudes und auch der Täter erfährt über den Externalarm von der Entdeckung des Einbruchversuchs.
  • Fernalarm – eine Sonderform des Externalarms – wird automatisch, z. B. über die Telefonleitung, für den Einbrecher nicht erkennbar, übertragen. Über Fernalarm kann z. B. ein Wach- und Sicherheitsunternehmen gezielt und unverzüglich über den Einbruch informiert werden. Eine Übertragung direkt an die Polizei ist nur unter besonderen Bedingungen möglich. Im Regelfall werden die polizeilichen Interventionskräfte durch das Wach- und Sicherheitsunternehmen informiert.
  • Internalarm wird zur Anwesenheitssicherung eingesetzt. Bei einer intern scharfgeschalteten Alarmanlage sind nur bestimmte Melder aktiv. Beispielsweise wird der Eingangsbereich überwacht, während sich der Betreiber in den Schlafräumen ungehindert bewegen kann. Wird ein Einbrecher erkannt, kommt es zum Internalarm. Der Betreiber hat nun die Möglichkeit, über Telefon oder durch das Auslösen eines Überfallalarms Hilfe zu rufen.

 

4    Falschalarm

Besonderes Augenmerk muss bei einer Alarmanlage darauf gelegt werden, dass diese keine Falschalarme auslöst! Dieser Punkt ist wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.

Jedes Mal, wenn eine Alarmanlage einen Alarm von sich gibt, ohne dass eine tatsächliche Gefahr vorliegt, verliert die Anlage an Glaubwürdigkeit. Außerdem können Falschalarme Polizei- und Wachpersonal behindern und unnötig blockieren.

Weiterhin sind Polizeieinsätze aufgrund von Falschalarmen für den Betreiber der Anlage kostenpflichtig. Der Betreiber muss selbstverständlich auch dann für einen (nutzlosen) Einsatz zahlen, wenn z. B. ein Passant oder ein Nachbar die Polizei aufgrund der Alarmsirene oder der Blitzleuchte gerufen hat. Für den Anrufer entstehen keine finanziellen Verpflichtungen.

Der Begriff Zwangsläufigkeit bedeutet zum einen, dass die Alarmanlage nur dann scharfgeschaltet werden kann, wenn alle Zugänge ordnungsgemäß verschlossen sind. Zum anderen bedeutet es, dass die durch eine Alarmanlage überwachten Räume nur dann betreten werden können, wenn die Alarmanlage zuvor unscharfgeschaltet wurde. Eine Alarmauslösung durch Vergessen des Unscharfschaltens ist somit ausgeschlossen.

Maßnahmen, die Zwangsläufigkeit zu erreichen, können sowohl elektronisch als auch mechanisch umgesetzt werden. Sie sind sehr vielfältig und können hier nicht im Einzelnen besprochen werden. Der VSÖ-anerkannte Errichter wird die Notwendigkeit der Zwangsläufigkeit einer Alarmanlage selbstverständlich berücksichtigen und die Alarmanlage entsprechend planen und installieren.

6    Errichter von Alarmanlagen

Damit eine Alarmanlage zuverlässig arbeiten kann, ist es unbedingt erforderlich, dass sie sorgfältig und kompetent geplant, montiert und eingestellt wird. Ebenso wichtig für den ordnungsgemäßen Betrieb ist später die regelmäßige Instandhaltung der Anlage. Planung, Montage und Instandhaltung müssen von einem anerkannten Fachbetrieb durchgeführt werden. Entsprechende Anerkennungen werden von VSÖ Schadenverhütung ausgesprochen, nachdem die Firma überprüft wurde und sich das verantwortliche Personal der Errichterfirma einer umfassenden Prüfung unterzogen hat. Der Kunde kann sicher sein, dass der VSÖ-anerkannte Errichter über die Fachkenntnisse verfügt, die notwendig sind, eine zuverlässige Alarmanlage zu planen, einzurichten und zu warten.

7    Produkte für Alarmanlagen

Die beste Planung ist nutzlos, wenn die verwendeten Produkte (Melder, Kontakte, Sirenen, Zentralen usw.) nicht nachweislich hohen Anforderungen entsprechen. Zur Planung und letztlich zum Bau von Alarmanlagen muss daher auf VSÖ-anerkannte Produkte zugegriffen werden. Sämtliche dieser Produkte werden in den VSÖ-Laboratorien eingehend untersucht. Es wird nicht nur geprüft, ob die Produkte einwandfrei funktionieren, sondern auch, ob sie nicht von einem Einbrecher überwunden werden können. Und ganz wichtig: Alarmanlagen müssen über eine sehr hohe Falschalarmsicherheit verfügen. So dürfen Zentralen z. B. bei Gewitter nicht versagen und Melder dürfen z. B. bei einer raschen Temperaturänderung nicht grundlos auslösen.
VSÖ Schadenverhütung hat langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Prüfung von elektronischer Sicherungstechnik. Die von Einbrechern angewandten Arbeitsweisen sind den VSÖ-Laboratorien bekannt. Alle angewandten Techniken werden daher bei den Prüfungen berücksichtigt. So ist gewährleistet, dass nur ausgereifte und funktionssichere Einbruchmeldetechnik eine VSÖ-Anerkennung erhalten kann. Die anerkannten Produkte sind leicht zu erkennen, da die Anerkennungsnummer direkt auf den Produkten aufgebracht wird.

 

8    Instandhaltung

Selbstverständlich ist es unumgänglich, dass Alarmanlagen regelmäßig von einem Fachmann betreut werden. Nicht funktionierende Melder oder Melder, die versehentlich unbrauchbar wurden (etwa, wenn der Überwachungsbereich des Melders durch Möbel blockiert wurde), werden erkannt. Aber nur ein Fachmann kann feststellen, ob wirklich alle Teile so arbeiten, wie es der Hersteller vorgesehen hat. Zudem kann bei diesen Inspektionen gleichzeitig geprüft werden, ob die ursprünglich für den Kunden "maßgeschneiderte" Projektierung noch dessen Wünschen und Ansprüchen gerecht wird.

 

 9   Do it yourself

Davon, Alarmanlagen "in Eigenregie" zu planen und zu montieren, kann nur dringend abgeraten werden. Die unüberschaubar große Menge unterschiedlicher Melder, Signalgeber und Zentralen kann nur vom Fachmann ordnungsgemäß zu einer im Ernstfall verlässlichen Alarmanlage zusammengestellt werden. Auch weiß nur der Fachmann, welche Überwachungsmaßnahmen sinnvoll sind und wie Störquellen erfolgreich vermieden werden können. Für den Heimwerker ist die Alarmanlage sicherlich nicht das richtige Betätigungsfeld (siehe auch Falschalarme und Zwangsläufigkeit

 

10    Funk-Alarmanlagen

Im Normalfall sind die unterschiedlichen Komponenten von Alarmanlagen untereinander mit Signalleitungen verbunden. Diese Leitungen im Wohnbereich zu "verstecken" ist häufig nicht einfach. In bestimmten Fällen kann aber auf leitungsgebundene Anlagenteile verzichtet werden. Es gibt nämlich auch Alarmanlagen, bei denen Informationen zwischen den Einzelkomponenten per Funk ausgetauscht werden. Selbstverständlich wird vor dem Einbau einer Funk-Alarmanlage überprüft und sichergestellt, dass die Funktion der Anlage gegeben ist (z. B. Überprüfung von möglichen Störquellen).

Der Markt bietet technisch hochwertige Funk-Alarmanlagen an, die auch über die Anerkennung von VDS Schadenverhütung verfügen. Eine Zulassung des VSÖ ist derzeit nicht verfügbar. Es ist auch möglich, eine in vielen Fällen sinnvolle "Mischtechnologie" (Hybridlösung) anzuwenden. Eine beispielhafte Hybridlösung wäre es, den Kellerbereich eines Wohnhauses mit preiswerter leitungsgebundener Technik auszurüsten und bei den Wohnräumen (die einen erhöhten Aufwand an Nacharbeiten bzw. Renovierungsarbeiten erfordern würden) auf Funktechniken auszuweichen.

 

11    Kombination von Mechanik und Elektronik

Besonders vorteilhaft ist die Kombination von mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik, z. B. bei Aufbruchmeldern. Sie werden dort eingesetzt, wo ein Täter bei einem Einbruchversuch mit hoher Wahrscheinlichkeit Gewalt anwenden wird (etwa beim Aufhebeln von Türen). Wenn der Täter eine Tür angreift, registriert der Melder die Gewaltanwendung, indem über eine Sollbruchstelle eine Alarmmeldung ausgelöst wird. Die Tür ist nach Aktivierung des Melders aber noch keineswegs überwunden. Wach- und Sicherheitskräfte können so bereits ausrücken, noch bevor der Täter ins Gebäude gelangt ist.

 

12    Kontakt und Info

Bei Fragen helfen Ihnen gerne weiter:

  • Ihr Hausratversicherer,
  • die örtliche kriminalpolizeiliche Beratungsstelle,
  • VSÖ-anerkannte Errichterfirmen